Samstag, 2. Mai 2015

Samstagskaffee #11 2015


Gestern habe ich auf Wunsch von Herrn Z. gebacken. Er ist kein so großartiger Kuchenesser deshalb bekam er seinen Wunsch gleich erfüllt- wenn er da schon mal Wünsche hat..
Nun musste ich heute früh lesen, es ist auch ein Abschiedskuchen, Ninja schließt bis auf weiteres ihren samstaglichte Kaffeerunde und ihren ganzen Blog. SCHADE! Aber natürlich hat sie ihre Gründe und jeder muss für sich selbst entscheiden. Das Leben ist eben dem Wandel unterworfen.

Danke, liebe Ninja für die vielen Kaffeerunden bei dir! Ich fand es immer sehr interessant und habe dadurch einige neu Blogs entdeckt bei denen ich gerne vorbeischaue.


Mehlfreier Mohnkuchen mit Sahne und Mangosauce. Rezept von hier *klick* aus dem aktuellen Heft.

Mila hat heute einen sehr interessanten Post bei Ninja verlinkt.
Gedanken über den Wert von Handarbeit.

Was ist uns Handarbeit Wert? Die Eigene? Die Arbeit von Anderen, in China, Bangladesh oder beim Bäcker um die Ecke?
In unserer Familie wurde vor kurzem ein Baby geboren. Als die Schwangerschaft so langsam zu ende ging sprach ich mit einer Verwandten darüber, dass ich für die junge Familie zu Geburt eine Babydecke nähen wolle. Sie sagte, " Lass das mal lieber, die wissen das nicht zu schätzen. Kauf lieber was teures, chices." Ich war ziemlich vor den Kopf gestoßen, da ich mich auf die Arbeit gefreut hatte und mich auch etwas herabgesetzt fühlte in meinem Tun. Aber sie hatte Recht!
Die Stunden an Arbeit und das Material konnte ich mir sparen. Es wäre nicht wertgeschätzt worden. Ich hab dann etwas von einer angesagten Marke gekauft. Nicht in China gefertigt zumindest, hätte mich aber eigentlich nicht überrascht.

Eigene Handarbeit sollte man wirklich nur jemandem schenken der die ganze Arbeit zu schätzen weiß. Aber wie ist es mit der Handarbeit anonymer Arbeiter in Fabriken? Schätzen wir die?  Wohl nicht wirklich. Alles soll oft möglichst günstig sein.
Auch beim Bäcker um die Ecke. Viele jammern, dass die Brötchen nicht mehr so schmecken wie früher und das sie überall gleich schmecken. Ja kein Wunder! Die Backmischungen kommen aus den selben Fabriken, oder es sind gleich Teiglinge aus Asien oder von sonst wo her. Kaum ein Bäcker kann es sich noch leisten wirklich handwerklich zu arbeiten, vom reinen Mehl an bis zum fertigen Brötchen, wenn er wirtschaftlich arbeiten will. Ein paar wenige Ausnahmen gibt es noch, aber da kostet ein Brötchen schnell mal 1 Euro. Und wieviele Menschen sind bereit solche Preise zu zahlen? Ein unverwechselbarer Geschmack ist eben nur durch zeitaufwändige Handarbeit zu erreichen. Und Arbeitszeit in Deutschland ist teuer, anders als in Asien.
Also sind wir auch bei besonderem Gebackenem immer mehr auf die eigenen Hände angewiesen.


Ich werde mich heute wieder dem vollkommen brotlosen Handwerk des Quiltens witmen. Die einzige Vergütung die ich dafür erhalte ist die Befriedigung etwas mit eigenen Händen geschaffen zu haben und vielleicht das eine oder andere anerkennende Lob. Denn wenn ich den Quilt, selbst so ein kleines Stück wie dieses, angemessen nach Arbeitszeit vergütet verkaufen wollte, würde es sehr teuer.

 Heute Mal mehr Gedanken und Text als sonst, ich freue mich wenn ihr bis zum Ende gelesen habt und euch eure eigenen Gedanken macht.



Kommentare:

  1. gut diese meinung über wert der handarbeit und auch anerkennung zu lesen - bei deiner handarbeit kommt noch kunst dazu da es oft ein einzelexemplar ist ! und da stimme ich dir ein - nur zu jemanden verschenken oder zu verkaufen der weiss was das für stunden arbeit bedeutet und es wirklich schätzt. aber bei handarbeit ist da nicht auch selbstbefriedigung - schöne stunde bei einer angenehme beschäftigung zu verbringen und dann froh zu sein, sein werk zu sehen und zu bewundern ;) jedenfalls sieht dein motiv heute wieder sehr schön und fröhlich aus ! und der kuchen schmeckt bestimmt sehr gut !
    liebe grüsse
    monique

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  2. Ich freue mich sehr darüber, dass du meine Gedanken aufgegriffen und weiter gesponnen hast... Netzwerken par exellence... "Lass das mal lieber, die wissen das nicht zu schätzen..." - Auch wenn mir dieser Satz gegenüber noch nicht geäußert wurde, hatte ich diesen Gedanken öfter schon, wenn ich ein selbstgemachtes Präsent überreichte und das Geschenk wie ferner liefen behandelt wurde. Einmal habe ich mit Kindern Pompoms gebastelt. Die Kids waren total stolz auf ihr Werk und zeigten es der Mutter, die den "Schatz" als Katzenspielzeug umfunktionierte. Wie lange der Pompom noch Bestand hatte, kannst du dir sicher vorstellen. Und die Kinder waren völlig konsterniert. Ich auch.
    Nähne, quilten, sticken, stricken, häkeln ... usw. wir also besser gleich für uns... Herzliche Grüße von Mila

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  3. Der Kuchen schaut sehr lecker aus.
    Ich wünsche dir einen schönen Sonntag
    Liebe Grüße
    Armida

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  4. Wer handgearbeitete Sachen schenkt, schenkt Zeit. Etwas Wertvolleres gibt es in diesen hektischen Zeiten in unserer westlichen Welt gar nicht. Ich habe einer Kollegin einen wunderschönen Schal gehäkelt. Für ihre Hochzeit. Und nun passt er nicht zum Kleid. Tja. lg Regula

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