Montag, 9. Oktober 2017

Trauer am Rübenacker


Eigentlich sollte das schon ein Wochenendpost werden, aber das schreiben geht mir gerade schlecht von der Hand. Meine Großmutter ist in der vergangenen Woche sehr plötzlich gestorben und das hängt mir noch sehr nach. 
Ich habe einen großen Teil meiner Kindheit bei ihr verbracht, unter der Woche, nach der Schule, weil meine Eltern beide immer berufstätig waren. Nun ist sie also weg und mir bleibt die Erinnerung an schöne Kindertage. Als ich noch kleiner war, hat sie mir immer nach dem Mittagessen ein Märchen aus diesem Buch *klick* vorgelesen. Wenn es gerade welche gab, bekam ich dazu einen Apfel von ihrem Baum, geschält und in Stücke geschnitten. Sie konnte wunderbar lange Apfelschalenspiralen ab schälen. Dem Baum gibt es heute noch, Boskoop, da ist die Schale so rau, deshalb muss man sie schälen.
Am Tag vor ihrem Tod haben wir noch telefoniert. Sie war gerade von einer Reise nach Tirol zurückgekommen und hat mir ganz begeistert davon erzählt. Wie schön die Berge aussahen und wie nett die Gesellschaft in der Reisegruppe war und wie gut ihr das Bananensplitt geschmeckt hat, das sie sich gegönnt hat. Sie aß sehr gerne Eis und Torte, musste sich dabei aber wegen Diabetes immer ziemlich zurückhalten, aber so ab und an konnte sie es sich schon erlauben. 
Überhaupt war sie eine sehr unternehmungslustige Dame. Sie fuhr gerne in den Urlaub. Zuerst mit meinem Großvater,  später dann mit ihrem Freund, den sie einige Zeit nach dem Tod meines Großvaters auf einer Reise mit der Kirchengemeinde nach Rom kennengelernt hatte. Von ihren Reisen schrieb sie uns jedesmal Postkarten. Das sind die letzten Beiden von diesem Jahr.


Auch zuhause hatte sie immer viel vor, deshalb wollten sie mich heute noch mal anrufen, damit wir einen Tag in den Herbstferien für einen Besuch bei ihr finden können. Das Telefongespräch wird nicht mehr stattfinden, stattdessen gehen wir in einigen Tagen zu ihrer Beerdigung. Ich bin sehr traurig und muss das erstmal verarbeiten bevor es hier so richtig weitergeht. Im Hintergrund nähe ich gerade viel, das tut mir gut. Wenn ich also wieder bloggen mag, habe ich etwas zum Zeigen. Im Zweifel eben mit wenigen Worten.

Am Samstag hat mich noch Post von bimbambuki erreicht. Wir hatten einen kleinen Stofftausch ausgemacht. Sehr schöne Stoffe habe ich bekommen, danke! Leider ist mein Umschlag noch nicht unterwegs. Ich hatte noch nicht so recht den Kopf dafür, aber jetzt liegt alles bereit und geht spätestens morgen auf die Reise.



Bis demnächst

Jennifer


Kommentare:

  1. Ach, liebe Jennifer, das tut mir sehr leid zu hören! Ich schicke dir viel Kraft in diesen schweren Stunden und wünsche dir, dass diese schönen Erinnerungen an deine Kindheit und all deine Zeit mit ihr stets überwiegen und sehr klar und kräftig bleiben mögen! Alles Liebe für dich - und gib Bescheid, wenn du Unterstützung brauchst oder dich in irgendeiner Art austauschen magst.
    Lieben Gruß!
    Susanne

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  2. Liebe Jennifer,
    mein herzlichstes Beileid, das ist natürlich eine schwere Zeit für dich. Ich wünsche dir viel Kraft und sei froh über die Erinnerungen, die du an deine Großmutter hast, das ist viel Wert.
    ganz viel Kraft und halt dich wacker,
    Petra

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  3. Liebe Jennifer, klar brauchst du Zeit, um den Verlust zu verarbeiten. Und keinen wirklichen Abschied genommen zu haben, macht das sicher nicht leichter. Ich kann dir da nur mein Mitgefühl aussprechen.
    Mache dir immer wieder deutlich, dass es ein Geschenk ist, mitten aus dem Leben gerissen zu werden, und nicht über Wochen & Monate den eigenen Zerfall bewusst zu erleben und den Lebensmut & die -freude zu verlieren, Schmerzen & Ängste zu erleiden, so dass alle Beteiligten den Tod nur noch als Erlösung betrachten konnten. Ich hätte so ein Ende den vier Menschen gewünscht, die ich in den letzten zwei Jahren gehen lassen musste.
    Deine Trauer wird dadurch geringer, aber der goldene Schein der Erinnerung, der kommen wird, wird nicht durch Schatten getrübt werden.
    Alles Gute!
    Astrid

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  4. Hallo Jennifer,
    ach wie traurig, ich kann Dich gut verstehen und schick' Dir eine dicke Umarmung.
    SChön, dass Deine Oma bis zu letzt so fit sein durfte, umso schwerer ist natürlich das loslassen.
    LG zu Dir
    Manu

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  5. Nähen ist eine wunderbare Therapie, wenn sich das Leben gerade in seine Teile aufzulösen scheint. Mit einem Patchworkgruß sende ich dir mein Mitgefühl.
    May your sorrows be patched and your joys be quilted.
    LG Elvira

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  6. Liebe Jennifer,
    nachdem ich im aktuellen Samstagspost vom Tod deiner Oma gelesen habe, musste ich hier nochmal nachschauen. Deine Oma klingt wie ein ganz, ganz wundervoller Mensch. So lebensfroh und unternehmungslustig, offen für die Welt und herzlich. Es tut mir so leid, dass du sie so plötzlich verloren hast, aber noch mehr freut es mich, dass du einen so tollen Menschen in deinem Leben hattest. Ich bin sicher, dass ein Teil von ihr immer bei dir bleiben wird.

    Alles Liebe
    Sabrina

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